Ich habe ein neues Projekt gestartet – in Kooperation mit der lokalen Stadtbücherei. Der Titel der Veranstaltung: „D&D spielen und leiten“. Die Idee dahinter ist so naheliegend wie reizvoll: Jugendliche sollen nicht nur spielen, sondern gezielt an die Rolle der Spielleitung herangeführt werden.
Als Grundlage dient das Starterset „Drachen der Sturmwrackinsel“ der 5.0 Edition, denn ich muss zugeben, dass ich von der neuesten Auflage (Helden der Grenzlande) nicht überzeugt bin. An manchen Stellen wirkt das Ganze doch etwas… brettspielig. Da ist die Aufbereitung der Sturmwrackinsel doch zweckdienlicher
Die Gruppe besteht aus fünf Jungs im Alter von 11 bis 15 Jahren, teilweise mit Vorerfahrung – was durchaus hilfreich ist, weil bestimmte Abläufe schneller greifen und nicht alles bei null erklärt werden muss. Gleichzeitig entsteht dadurch eine Dynamik, in der sich erste Rollen ganz natürlich herausbilden. Wir treffen uns alle zwei Wochen, geplant sind 6 – 7 Sitzungen.
Ausgangspunkt für das Projekt war der Gedanke, Hobby und ehrenamtliches Engagement miteinander zu verbinden – und dabei etwas Nachhaltiges aufzubauen. Im Idealfall nehmen die Teilnehmenden nicht nur Spielerlebnisse mit, sondern auch den Mut, selbst einmal hinter den Spielleiterschirm zu wechseln. Das Ziel: ein eigener One-Shot und im besten Fall die Gründung einer eigenen Gruppe.
Gestartet sind wir mit dem Einstieg ins erste Kapitel: der Ankunft der Charaktere im Kloster Drachenruh. Die Seefahrer-Zombies direkt zu Beginn hatten übrigens nicht den Hauch einer Chance. 🙂 Ein gelungener Auftakt – sowohl spielerisch als auch atmosphärisch.
Eine Sitzung umfasst jeweils zwei Stunden und folgt einer klaren Struktur: Einstieg mit kurzer Reflexion, Transparenz über die Ziele der Sitzung, dann Spielphasen mit gezielten Unterbrechungen auf der Meta-Ebene. Am Ende steht eine gemeinsame Reflexion, ergänzt durch ein kleines Quiz zur Sicherung zentraler Inhalte.
Inhaltlich setze ich pro Sitzung bewusst zwei bis drei Schwerpunkte, die für die Entwicklung von Spielleitungskompetenz zentral sind. Heute lag der Fokus auf Regelsicherheit, konkret an den Mechaniken der Attributsproben und der Kampfrunden-Sequenz. Perspektivisch geht es aber um mehr: Regeln verstehen, Szenen beschreiben, Entscheidungen moderieren, Spannung aufbauen – also die gesamte Bandbreite dessen, was Spielleitung ausmacht.
Aktuell leite ich die Sitzungen noch selbst, aber zu den jeweiligen Schwerpunkten sind bereits kleine Übungsphasen eingeplant, in denen die Teilnehmenden einzelne Elemente übernehmen können. Schritt für Schritt soll so der Übergang gelingen – vom Mitspielen zum Mitgestalten und schließlich zum eigenen Leiten.
Die Jungs haben Spaß, ich auch. Und es fühlt sich nach einem Projekt an, das wirklich wachsen kann.
…Der Stab wird weitergereicht.

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