In dieser Woche war es endlich soweit: Die Pen&Paper-AG kam zur ersten richtigen Sitzung zusammen – YEAH! Die Spieler:innen-Charaktere wurden noch einmal überarbeitet, einige Regelfragen geklärt, und dann ging es eigentlich schon los ins erste Abenteuer. Ein Schüler leitete die Runde für die Gruppe mit den teils schon erfahrenen Spielern, während ich die Newbies übernommen habe.

Mit stimmungsvollem Soundscape vom favorisierten Streamingdienst wurde zunächst in eine verschneite Tavernen-Szene hineingezoomt. Kaum war die Atmosphäre gesetzt, flog plötzlich die Kellerluke auf: Der überraschte Wirt wurde von riesigen Ratten angefallen und stürzte die Treppe hinunter… (und täglich grüßt die Murmelratte).
Wo ich vermutlich innerlich die Augen verdreht hätte – die „Wir-hören-uns-mal-in-der-Taverne-um“-Eröffnungsszenen haben wir alle inzwischen unzählige Male erlebt –, sah ich nur gespannte Gesichter. Sofort wurden Schwerter gezogen, Fackeln von den Wänden gerissen und durch die Luke gespäht. Erste Überlegungen, die Biester zusammen mit dem Wirt auszuräuchern, ließen sich dann mit einem kurzen Blick auf mögliche Konsequenzen verhindern. 🙂

Das Regelwerk meiner Wahl zur Einführung: Beyond the Wall. Einfache Regeln, unkomplizierte Abenteuerstruktur, stimmungsvolle Atmosphäre. Schon die Charaktererstellung mit den Zufallstabellen hat allen großen Spaß gemacht. Wer wollte, konnte natürlich auch frei wählen, ohne zu würfeln. Schließlich spielt man ein Fantasy-Rollenspiel ja nicht, um am Ende ein Normalo zu sein.

Zwei Dinge fand ich besonders bemerkenswert:
Erstens – es reicht völlig, am Anfang den Rahmen zu setzen und die Kinder einfach machen zu lassen. Trotz kleiner Fehler bei der Charaktererstellung oder in der Auslegung der Regeln blieb alles im vertretbaren Rahmen und alle hatten sichtlich Spaß. Wo erfahrene Rollenspieler wahrscheinlich noch eine Stunde gebraucht hätten, um drei Charakterbögen zu überarbeiten, haben die Kids einfach losgelegt. Niemanden hat’s gestört, alle waren einverstanden. Komplexere Regelwerke kann man also getrost für später aufheben.
Zweitens – ich fand es beneidenswert, wie schnell und selbstverständlich die Kinder in die immersive Erfahrung eingetaucht sind. Kommentar eines Schülers am Ende der Sitzung: „Was, schon vorbei? Es ist gerade so spannend!“ Und mir fiel wieder ein: Genau so war das bei uns damals auch — (*Pfiebsen*)

Moment mal – was war das gerade für ein Geräusch unten im Keller?

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