Wie kann man im Englisch-LK der Q2 ins Thema „Dystopian Visions of the Future“ einsteigen – und zwar so, dass die Begrifflichkeit und die Kernkonzepte des Genres eingeführt werden, ohne sofort mit den typischen Klassikern um die Ecke zu kommen? Ohne gleich einen Beispieltext zu sezieren? Ohne zu Beginn den Eindruck einer altbekannten Vorgehensweise zu vermitteln?

Genau: Man erwürfelt sich einfach mal schnell eine dystopische Welt! 

Einer meiner guten Vorsätze für dieses Schuljahr ist es, mehr Rollenspielelemente in meinen Unterricht einzubauen. Also lag es nahe, mit etwas zu starten, das mir selbst große Freude bereitet: World Building! Damit das Ganze in zwei Stunden sinnvoll und zielführend umgesetzt werden konnte, habe ich eine größere W8-Zufallstabelle für dystopische Settings entworfen. Sie bildet grob vier Archetypen ab (Orwell, Huxley, Kafka, Dick). Ergänzt wurde das Ganze durch eine W6-Tabelle für mögliche Protagonisten und Antagonisten, ein paar gezielte Kreativfragen für die Schüler:innen – und zack!: Es hat funktioniert.

Würfeln macht Spaß, die induktiv-kreative Herangehensweise motiviert, und fachlich war der Anspruch ebenfalls erfüllt. Ein anschließendes Leseverstehen zu den vier Autoren, bei dem die Schüler:innen auf ihr eigenes, zuvor entworfenes Setting zurückgreifen konnten, rundete den Einstieg ab. Das kam nicht nur bei den Schüler:innen gut an – ich fand’s auch gut. Und wer weiß, wann ich wieder auf die Schüler:innen-Settings zurückgreifen kann…

Mein wichtigstes Learning: Es lohnt sich auf jeden Fall, die verschiedenen Facetten des eigenen Hobbys auf ihr Unterrichtspotenzial abzuklopfen. Warum nicht mal einen Charakter passend zu einem vorgegebenen Setting entwerfen? Eine Hintergrundgeschichte schreiben, die nahtlos ins Kapitel passt? Oder sogar ein kleines One-Shot-Abenteuer auf Grundlage eines Textauszugs planen? Möglichkeiten gibt es viele.

Alright, ich würfle jetzt aber erstmal schnell auf meiner W1-Getränke-Tabelle…
…Ok, Kaffee.

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